Montag, 2. November 2015

Der Umgang mit Ausländern. Eine "subjektive" Bestands/Erfahrungsaufnahme. Teil II

Es stellt sich für viele die Frage: "Ist Deutschland mit der Flüchtlingsaufnahme überfordert?

Der Wirtschaftsforscher Prof. Marcel Frantscher meint: "Flüchtlinge überfordern Deutschland nicht". Seine Argument ist schlüssig und er entschärft die Ängste um Sozialabbau und den möglichen Arbeitsplatzverlust für Deutsche. Hier wäre mehr Differenzierung angebracht und Frantscher sollte nicht mehr von "Deutschen" sprechen sondern von Arbeitnehmern in Deutschland.

Die Kritik an Frantscher liegt aber nicht an seinem Fachgebiet, dass er zweifelsfrei beherrscht.

Die Ängste, die bei den Menschen in Deutschland vorherrschen, liegen mehr im emotionalem Bereich. Sie sind  irrationaler Art und sind so differenziert wie die Gesellschaft in Deutschland pluralistisch ist. Und aus dem Gemenge der verschiedenen  irrationalen Meinungen und Haltungen eine homogene Meinung und Haltung zu schaffen, ist schlichtweg mit demokratischen Mitteln nicht möglich. Das zeigt die irrational, jedoch menschliche Entscheidung der Kanzlerin, das zeigt die irrational, politische Handlungsweise Seehofers und das zeigt die irrational, amorphe Position Gabriels.

Politik ist auch die Kunst des Antizipierens und hier haben nicht nur die Politiker in Deutschland versagt, auch die EU ist in sich zusammen gebrochen und die Mitgliedsländer suchen nach eigenen Lösungen, so wie Merkel Europäische Normen bezüglich der Flüchlingsregistrierung usw. außer Kraft gesetzt hat. Ob oder in wie weit sie Gesetzte der Bundesrepublik Deutschland gebeugt hat, sollte zu ihrem eigenen Schutz überprüft werden.

Das wahre Problem, das gesellschaftlichen Zündstoff in sich trägt, ist die Aufspaltung der Gesellschaft in Befürworter und Ablehner der massiven Flüchtlingsaufnahme. Diese Spaltung ist das Dynamit, mit dem die Gesellschaft in Deutschland gesprengt werden wird.

Und es ist wenig nützlich, einen Block zu bilden, der moralisch argumentiert und unter rein menschlichen Gesichtspunkten die uneingeschränkte Flüchtlingsaufnahme befürwortet und einen weiteren, der aus Ängsten Hass und Ablehnung generiert.

Die Politik in Deutschland ist aufgefordert, alle Menschen in Deutschland in ihren Entscheidungen mit zu nehmen. Aber hier versagt sie, weil alle Parteien auf ihren Machterhalt bedacht sind und ihre Kraft mehr auf Wiederwahl konzentrieren als auf Problemlösung.

Will man ein Problem lösen, muss man es erkennen. Es handelt sich bei der Flüchtlingsproblematik in Deutschland nicht um ein wirtschaftliches Problem sondern um Befindlichkeiten, die vom Individuum nicht rational sondern nur emotional im Ansatz erahnt werden. Dieses führt zur Abspaltung vom "Mainstream", zur Gruppenbildung mit einem brisanten Potential der Staatszerstörung.

Zudem ist davon auszugehen, dass in kurzer Zeit der "Mainstream der Willkommenskultur" unter dem Druck der politisch nicht gelösten Probleme kippt und eine gesellschaftliche Katastrophe auslöst, die von der Politik nicht mehr beherrscht wird.

Ich erinnere an die Willkommenskultur bei der deutschen Wiedervereinigung, die im Grunde immer noch nicht abgeschlossen ist.

So wie die Integrationsproblematik von Migranten der 50ger, 60ger, 70ger, 80ger, 90ger Jahre bis hin zur heutigen Zeit nie politisch gelöst wurde, wird durch die massiven Zuzüge von Menschen, denen unser Gesellschaftsystem fremd ist, ein unüberwindbares Problem geschaffen, das nicht nur durch Beschulung, Arbeitsplätze, Wohnungen, Sozialhilfe zu lösen sein wird. Die Problematik wird exponentiell mit der Heterogenität der Zuwanderer im Hinblick auf ihr individuelles Intellekt, ihre individuelle soziale Anpassungsfähigkeit, ihren individuellen Integrationswillen in Bezug auf die pluralen Verhältnisse in Deutschland auf der Grundlage des Grundgesetzes anwachsen.

Die noch unreflektieren, manifesten Ängste, die latenten Ängste vieler Menschen in Deutschland liegen im Bereich der Interkulturation. Ein gewaltfreies Zusammenleben in einem Staat wird nicht nur durch Gesetze und Strafbedrohung geregelt.

Wichtig ist, dass jedes Mitglied in einem Staatsverbund, unabhängig von seiner Individualität, den kleinsten gemeinsamen Nenner findet, der das Zusammenleben garantiert. Dazu wird im Zusammenleben das Identitätsgefühl unreflektiert auf der emotionalen Achse modifiziert, damit ein Gemeinsamkeitsgefühl generiert wird, wie man es (übersteigert) feststellt, wenn die Deutsche-Fussball-Nationalmannschaft bei einer WM im Endspiel steht.

Im Unterbewusstein der Verängstigten in Deutschland herrscht ein Ausnahmezustand, weil man intuitiv fühlt, dass 800.000 - 1,5 Millionen und bei Familienzusammenführung möglicherweise 10 Millionen Flüchtlinge aus einem Deutschland fernen Kulturkreisen zu Identitätsänderungen des Einzelnen und letzendlich der Gesellschaft in Deutschand führen.

Will man den Menschen in Deutschland die Wahrheit mitteilen, muss die Regierung den Bürgern mitteilen: "Bei der Aufnahme dieser großen Menschenmenge wird Deutschland in Kürze nicht mehr das sein, was es vor dem Zustrom war." Man muss aber erklären, warum die politisch Verantwortlichen diese Interkulturation befürworten.
 
Alles andere ist eine Lüge, ein Betrug am Bürger.

Wichtig ist nur, die Gesellschaft in Deutschland nicht noch mehr zu spalten und eine gewaltsame Entladung nicht zu provozieren. Ebenfalls sollte das Thema bald entschärft ein, damit es nicht Thema des Wahlkampfes wird. Dann verlieren alle.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass unfähige Politiker Krisen verursachen.




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