Mittwoch, 10. August 2011

Wolfgang Münchaus Vision

Hat Wolfgang Münchau, unumstrittener Finanzexperte, die Lösung aller Probleme gefunden. Jedenfalls steht er nicht allein mit seiner Meinung, die von den meisten Bankern in Deutschland geteilt wird.

Vielleicht liegt auch hier der Schüssel, nicht in der Expertenmeinung sondern vielmehr in der Perspektivität der Aussage.

Münchau geht von finanztechnischen Prämissen aus, die zwangsläufig in Eurobonds enden. Diese Betrachtung ist insofern nicht allgemeingültig, weil sie wesentliche Aspekte ausschließt.

Zum Einen geht sie davon aus, dass die Europäische Union mit ihrer Euro- Gruppe so bestehen bleibt, wie sie ist, eine Auflösung wird verworfen. Zum Anderen duldete er in nicht ertragbarer Weise die schon geschehenen Rechtsverstösse gegen die Verträge von Maastricht und Lissabon.

Darum sei die Frage erlaubt: Stellen wir mittlerweile unser gesamtes politisches Dasein zur Disposition der Märkte und der Finanzexperten, die sich in einem geschlossene System bewegen und die wesentliche Frage, nach dem Nutzen für die Menschen in unserem Gemeinwesen Deutschland ausschließen?

"Nur der darf neue Eurobonds emittieren, der sich an die Maastricht-Regeln hält. Wenn er das nicht tut, bekommt er zwar keine Sanktionen aufgebrummt, aber er muss seine eigenen Anleihen auf den Markt schmeißen - und dafür den entsprechenden Preis zahlen." meint Münchau blauäugig.

So mancher Politiker  der heutigen Zeit kennt Konrad Adenauer nur noch vom Hörensagen, jedoch ist sein geflügeltes Wort: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern" heute so gültig wie morgen.

Was Verträge bedeuten, sollte man mittlerweile wissen. Sie werden bei Bedarf verletzt und im günstigsten Fall gedreht, manipuliert, neu interpretiert und durch Erweiterungen der neuen "Geschäftsgrundlage" angepasst.

Politik ist gefragt, die sich am Bürger orientiert. Das mag sich hoch gestochen anhören, doch in einer Zeit, in der "Staaten gerettet" werden müssen, fragt kaum jemand nach dem sozialen Nutzen der getroffenen Maßnahmen. Niemand gesteht anerkennend, dass deutsche Arbeitnehmer seit Jahrzehnten für ein blühendes Europa gesorgt hatten, ohne selbst in den Genuss der Früchte zu gelangen, die in Europa verzehrt wurden. Und niemand erkennt, dass der "Kapital-Sozialist" Schröder den deutschen Arbeitnehmern  geschadet hat, indem er zu Gunsten der deutschen Großindustrie den größte Sozialabbau der BRD auf den Weg gebracht hat, der sich durch die Ignoranzpolitik Merkels nur noch verstärkt hat.

Was sich Münchau auch unter dem von ihm benutzten Begriff der "Öffentlichkeit" vorstellt, es handelt sich hier nicht um diejenige, die durch tägliche Arbeit den Aufbau der Bundesrepublik Deutschlands und der politischen Missgeburt "Europa" bezahlt hat und weiter bezahlt.

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