Montag, 24. September 2012

"Portugal ist auf dem richtigen Weg!"

Das sagt der Eine. (Schäuble?)

Der Andere sagt:

"Portugal kurz vor dem Kollaps".

Wie so häufig, liegt die Wahrheit nicht in der Mitte, sondern weit weg vom politischen Wunschdenken und ganz nahe an der erlebbaren  Realität. Wenn man um seine elementare tägliche Ernährung fürchten muss, ist das schon bekannte Politiker-Gewäsch nicht nur kontraproduktiv, nein, es schmerzt real.

Die Frage, die man sich endlich stellen muss, ist doch die nach der Existenz, nach den elementaren Bedürfnisse der Bevölkerung Europas und seiner Staaten.

In demokratisch verfassten Staatssystemen ist es die oberste Aufgabe der gewählten Vertreter, das Überleben ihrer Staatsangehörigen zu garantieren und zu sichern. Versagt ein Staat hier, verliert er seine Legitimation.

Zwingen andere Staaten einen anderen Staat, sich wirtschaftlich so zu  entwickeln, dass elementare Bedürfnisse des Lebens nicht mehr gesichert sind, verlieren diese Staaten, auch wenn sie sich durch Europarecht legitimiert sehen, das Recht, Druck ausüben zu dürfen.

Es ist eine Abwägung des Rechts und das Recht auf ein würdiges Leben ist der höhere Wert.

Wenn also die Menschen in Griechenland und Portugal hungern müssen, damit europäische Kriterien erfüllt werden, ist das Unrecht.

Die nationalen Politiker der betroffenen Länder müssen dann entscheiden, ob sie nicht die Notbremse ziehen und im Interesse der Bevölkerung Abschied vom dekadenten Europa-/Euro-Konstrukt nehmen.

Über 1 Million Menschen werden Tag für Tag in Spanien von Caritas ernährt. Wenn das in einer modernen Gesellschaft "normal" sein sollte, fragt man sich, ob wir "auf dem richtigen Weg" sind.

Richtig wäre, den Moloch-Europa auf den Status der vor Euro-Ära zurück zu bauen und ihn nur als eine lockere Wirtschaftsgemeinschaft zu verstehen, wobei der institutionelle Rückbau ein wesentlicher Bestandteil sein sollte.

Aber, an der geplanten Bankenaufsicht zeigt sich, dass man geneigt ist, eine weitere Monsterbehörde zu schaffen.

Wenn die Bafin schon ca. 1000 Mitarbeiter hat, wie viele Europa-/ EZB-Beamte benötigt dann die europäische Aufsicht, 5000 oder 10.000?

Um es nochmals klar und deutlich zu sagen, wir sind auf dem richtigen Weg in den gemeinsamen Untergang.

So sind wir alle gleich, fließen gemeinsam im Strom bis sich das Wasser im Meer vermischt. Am Ende sind wir alle gleich. (*)

Und niemand kann den "Deutschen" einen Vorwurf machen, ansonsten  gäbe es Krieg in Europa.


(* ) für Kenner der spanischen Literatur:

                III
  Nuestras vidas son los ríos
que van a dar en la mar,
  qu'es el morir;
allí van los señoríos
derechos a se acabar
  e consumir;
  allí los ríos caudales,
allí los otros medianos
  e más chicos,
allegados, son iguales
los que viven por sus manos
  e los ricos.




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 "Und übrigens meine ich, dass unfähige Politiker Krisen verursachen."
 

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